DER STARFLEX ROTORKOPF UND DIE SEMISCALE ECUREUIL AS 350

 

Nachdem wir schon einige Semiscale Helis in unserem Bestand haben, glaubten wir, dass noch ein schönes Modell fehlen würde. Die Entscheidung fiel auf die sehr schöne und weitverbreitete ECUREUIL AS 350.

Beim Rumpf entschieden wir uns  für die Variante der Firma VARIO, die diesen schon lange Zeit im Programm hat. Ausgelegt ist er für Verbrenner- oder Benzinmechanik. Nachdem der Umbau auf Elektro für uns kein Problem darstellt, war die Entscheidung letztendlich leicht. Der Rumpf kam als Geburtstagsgeschenk gerade recht und war von guter Qualität und hoher Passgenauigkeit, so dass der fertig lackierte  Airframe nach wenigen Wochen fertig war.

Unsere ECUREUIL

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Die obigen Bilder zeigen sicher, dass das Modell gelungen ist und sich auch in der Luft gut macht.

Nun gehört zu einem flugfähigen Heli ja auch noch eine Mechanik und die restliche Elektronik- und Antriebstechnik. Da die standardmäßige Vario Skyfox Mechanik in ihrer Grundausführung nicht für die starken BL Elektromotoren  konzipiert wurde, griffen wir auf unsere bewährte Eingebau Mechanik SKYWALK zurück. Diese ist an anderer Stelle schon beschrieben, so dass ich mir hier weitere Ausführungen ersparen möchte (siehe Foto rechts auf dieser Seite). Auch mussten wir feststellen, dass in Verbindung mit der zunächst verbauten VARIO Skyfox Mechanik, der Abstand des Rotorkopfs zum viel zu klein war. Die Taumelscheibe lag, im Gegensatz zum Original, noch innerhalb der Zelle, wodurch das Gesamtbil erheblich gestört wurde.  

 

Jetzt hat ja die Ecureuil keinen "normalen" Rotorkopf, sondern den sog. STARFLEX Kopf. Nach etlichn Recherchen im Internet stellten wir fest, dass die meisten angebotenen Starflex Köpf nicht den richtigen Maßstab haben. Sie sind für Modelle über 2m gedacht und damit für den Rumpf zu groß. Andere entsprachen einfach nicht unseren technischen Anforderungen. Es wurden dort Messinggleitlager statt Kugellager verbaut - und das gefiel uns nicht. Also blieb nur der Eigenbau. Aufgrund der bereits schon hergestellten Semiscale Rotorköpfe für die Lama und den Jet Ranger, war natürlich schon ein gewisser Erfahrungssschatz vorhanden und es ging an die Zeichenarbeit. Die gesamte Vorarbeit nahm ca. 2 Monate in Anspruch, und erst dann konnte mit der praktischen Umsetzung begonnen werden.  

 

Um es gleich vorweg zu sagen - es war nicht so ganz einfach und der Teufel steckte, wie so oft, im Detail.

 

Ich will mir hier die Beschreibung des gesamten Projektes ersparen, da voraussichtlich im Juli 2015 ein vollständiger Baubericht in der Zeitschrift ROTOR erscheinen wird. Ich füge deshalb noch einige Detailfotos des STARFLEX  Rotorkopfs bei.

 

 

 

 

Wie schon erwähnt, steckt der Teufel im Detail - in diesem Fall u.a. in dem Faltenbalg, der für die Optik absolut notwendig ist.  

Zuerst wurden aus POM Material zwei Blöcke ausgeschnitten un mit jeweils einer Tasche versehen. Dann wurde, ebenfalls aus POM, ein dem späteren Balg entsprechendes Inlet mit ca. 1mm Übermaß gedreht. Dieses Inlet wurde mit Trennmittel behandelt, in die Tasche der ersten Formhälfte gelegt und der Hohlraum mit Formenharz ausgegossen. Die zweite Formhälfte wurde nun ebenfalls mit Harz gefüllt und mit der ersten verschraubt. Nach der Aushärtung, konnten beide Hälften wieder voneinandere getrennt werden. Somit entstand nach Einarbeitung von Gieß- und verteilungskanälen, eine zweiteilige Gießform. Das Inlet wurde nun auf das Innenmaß des späteren Balgs abgedreht und in die Form gelegt. Nach dem erneuten Verschrauben der beiden Formhälften, begann der Gießvorgang mittels einer Spritze. Verwendet wurde 2 K Gießmasse der Firma EBALTA.

Die komplette Aushärtung nahm ca. 24h in Anspruch - dann konnte der fertige Faltenbalg entnommen werden.  Dank der geringen Shore Härte des verwendeten Materials,ließ sich der Balg ohne Probleme vom Inlet stülpen. Dieses konnte somit  erneut verwendet werden.  

Der Zeitaufwand bis zum ersten BRAUCHBAREN Faltenbalgs betrug, nicht zuletzt wegen etlicher Fehlversuche, deutlich mehr als 100 Stunden!! Trotzdem hat sich der Aufwand gelohnt. Auch zu dieser "Action" ein paar Fotos. 

 

 

Nachdem dies alles gelöst war, kam es zum Erstflug, der völlig unspektakulär verlief. Das Rotorsystem erwies sich vor allem im Schwebeflug als äußerst flugstabil . Selbst auf engstem Raum ist das Modell sicher zu beherrschen und erlaubt einen vorbildmäßigen Flugstil.

 

Hier noch ein paar Modelldaten und Daten der Orignal AS 350:

 

Modell:  

 

Rumpf:                                      VARIO

Maßstab:                         1: 6,5

Rumpflänge:                     1670mm

Hauptrotordurchmesser:    1680mm

Rotorkopf:                        STARFLEX (Eigenbau)

Rotorblätter:                     Gfk, VARIO S-Schlag, 730mm

Mechanik:                        SKYWALK (Eigenbau)

Hauptgetriebe:                  2-stufig

Heckrotorantrieb:              VA-Welle 6mm

Motor:                              KONTRONIK Pyro 700-52

Untersetzung gesamt:       13,636:1

Regler:                             KONTRONIK JIVE Pro 80+ HV

Akkus:                             12s LiPo (2x6s)

Taumelscheibenservos:     Futaba BLS 442

Heckservo:                       Futaba BLS 441

FBL-System:                    bavarian DEMON 3x

Abfluggewicht:                  7,9kg

 

Original Aerospatiale AS 350 Ecureuil (Squirrel) (Eichhörnchen)

 

Engine:                            1 x 641 shp Turbomeca Arriel oder  

                                       1 x 592 shp Avco Lycoming LTS Turbine

Hauptrotordurchmesser:    10,69m

Rumpflänge:                     10,91m

Abfluggewicht:                  1900kg

Max. Geschwindigkeit:      272km/h

Max. Flughöhe:                 5200m

Reichweite:                       740km

 

Das Modell wurde gebaut von Ulrich Wichelhaus, Flugkapitän a.D. und seit 1977 Modellhubschrauberflieger. 

                                        

 

 

 

 

 

SKYWALK E-MECHANIK